Notenlehre - Notensatz: Noten – Notation

Noten – Notation

Benennung schriftlicher Musikaufzeichnungen

Im Plural deklarieren „Noten“ oder „Musiknoten“ gleichwohl das Medium (Kommunikationsträger), auf dem die Klänge in geschriebener Anordnung festgehalten ist: zum Beispiel als gebundene Partitur (Noten), Handschrift oder gedruckte Einzelstimme eines Musikstücks. Als Sammelbegriff für jede schriftliche Chronik von Musik verwendet man neben dem Fachbegriff Musikalien gleichermaßen die Ausdrücke Notation oder „Notierung“ mittels dazugehörigem Adjektiv „notiert“, sogar wenn diese Aufzeichnung keine Noten im engeren Sinn enthält: so bspw. bei der graphischen Notation, die andere Grafiken statt oder zusätzlich zu Notensymbolen verwendet.

Elemente der Notation

Die grafischen Elemente der modernen Notenschrift sind überwiegend das Notensystem aus fünf Linien, auf dem neben Informationen über Tempo, Taktart, Dynamik sowie Instrumentation die zu spielenden Klänge in Form von Noten abgebildet sind, die von links nach rechts gelesen werden. Die verschiedenen Tondauern werden in diesem Zusammenhang durch diverse Notenformen (Notenwerte) dargestellt, die Tonhöhen durch die vertikale Position definiert. Zwei Notenlinien repräsentieren den Abstand einer Terz; der Abstand einer zwischen den Linien liegenden Note zu einer auf einer der Nachbarlinien liegenden beträgt eine Sekunde. Der Notenschlüssel am Beginn jeder Zeile legt einen Referenzton für eine bestimmte Notenlinie fest, aus der sich die anderen Tonhöhen herleiten lassen: auf dieser Darstellung der Ton g‘ auf der zweiten Linie von unten. Im

Noten - Notation - Notenlehre
Noten – Notation – Notenlehre

Photo kann man infolgedessen keineswegs nur die relativen Notenabstände (Terz und Sekunde) ablesen, stattdessen auch aus dem Violinschlüssel schließen, dass die Töne a‘-c“ und a‘-h‘ gemeint sind. Für Töne, die zu hoch oder tief sind, um auf den Linien Platz zu finden, werden Hilfslinien angewendet.

In mehrstimmigen Musikstücken ist es gebräuchlich, zahlreiche Notensysteme untereinanderzusetzen, die jeweils eine Stimme beinhalten, so dass die gleichzeitigen musikalischen Ereignisse übereinander angeordnet sind. Man spricht demzufolge von einer Partitur (Orchestermaterial). Dabei erhalten Liniensysteme für tiefere Töne im Regelfall einen Bassschlüssel, welcher im Gegensatz zum Violinschlüssel das kleine f als Referenzton auf der zweitoberen Linie markiert.

Notation (Musik)

Als Notation bezeichnet man in der Musik das grafische Speichern von musikalischen Parametern wie Tonhöhe, -zeitdauer und -geräuschpegel in einer in diesem Zusammenhang entwickelten Notenschrift. Sie dient zum einen dazu, bereits bekannte Musikstücke schwarz auf weiß zu dokumentieren, und ersetzt so zum Teil die Überlieferung durch Vorspielen oder Vorsingen. Als Dokumentation einer Melodie lassen sich auch die Stiftwalzen und -scheiben in Leierkasten und Spieluhr ansehen, aber abgesehen davon war Notenschrift bis zur Erfindung der Phonographie (z.B.Plattenspieler) die einzige Möglichkeit, gehörte Tonkunst anders als durch Erinnerung festzuhalten. Der zweite große Nutzen von Notenschrift besteht darin, neue Melodien und weitere musikalische Einfälle ausschließlich schriftlich auszudrücken. Erst die so erreichte Möglichkeit, eine Idee zu vermitteln, ohne sie selber ausführen zu müssen, ermöglicht es, dass einzelne Menschen sehr große und sehr komplexe Werke vollbringen.

Der Notensatz von der Handschrift zum Computerdruck (Kopisten)

Die Entwicklung des Notensatzes verlief ähnlich wie die Geschichte des geschriebenen Wortes. Nach in Stein gemeißelten oder in Ton geritzten Notentexten entwickelten sich bald Tinte und Papier zum idealen Informationsträger.

Die mehr oder weniger leserlichen Handschriften verschiedener Komponisten können viel über ihre Persönlichkeit aussagen, man vergleiche nur Johann Sebastian Bachs einheitliche und kontrollierte Handschrift. Bis heute ist die Entzifferung der Autographe eine schwierige Expertenarbeit, wenn es zu unterscheiden gilt, ob ein Staccato-Punkt oder nur ein Tintenfleck vorliegt, oder wenn – wie häufig bei Franz Schubert der Fall – die grafischen Zwischenstufen von Akzent-Keil zu Diminuendo-Gabel in der Drucklegung adäquat wiedergegeben werden sollen.

Wenn der Komponist die Partitur eines neuen Orchesterwerks geschrieben hatte, war es die Aufgabe von Kopisten, die Stimmen der einzelnen Instrumente daraus abzuschreiben, was eine zeitraubende Arbeit war. War das Stück erst im letzten Moment fertigkomponiert, musste es schnell gehen, und aus vielen Zeitzeugnissen kennen wir Schilderungen von „noch feuchten Notenblättern“, aus denen die Musiker eine Uraufführung spielten.

Lesen Sie auch die zukünftigen Artikel über Noten – Notation.

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